Chapter 9:

Der Irrtum der Tag-und-Nachtgleiche

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Diese Studie zeigt warum es nicht notwendig ist, den Anfang des Jahres nach dem Frühlingspunkt zu setzen (und auch, warum es falsch ist dies zu tun).

Wenn wir im Land Israel wohnen, muss alles männliche 3 mal im Jahr hoch nach Jerusalem ziehen, und Yahweh sagt das man nicht mit leeren Händen vor Ihm erscheinen soll.

Devarim (Deuteronomium) 16:16
16 „Dreimal im Jahr soll alles männliche Volk bei dir vor Yahweh, deinem Elohim, erscheinen an dem Ort, den er erwählen wird: am Fest der ungesäuerten Brote und am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Aber niemand soll mit leeren Händen vor Yahweh erscheinen.”

Zusatzlich zu den normalen Zehnten (welches wir in „Die Torah-Regierung“ erläutern), möchte Yahweh das wir Ihm während des Fest der Ungesäuerten Brote eine besondere Gabe darbringen, welches die Webegarbe (oder im hebräischen Omer genannt) wird. Yahweh sagt nichts von der aktuellen Ernte zu essen, bis wir Ihm dieses besondere Omer dargebracht haben (manchmal auch die Erstlings Gabe genannt.)

Vayiqra (Levitikus) 23:10-11, 14
10 „Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: `Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und seine Ernte einbringt, so sollt ihr die Erstlingsgarbe von eurer Ernte zum Priester bringen.“
11 Der soll die Garbe weben vor Yahweh, zum Wohlgefallen für euch; am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester weben…”
14 „Ihr sollt aber weder Brot noch geröstetes Korn noch Jungkorn essen bis zu ebendiesem Tag, da ihr eurem Elohim diese Gabe darbringt. Das ist eine ewig gültige Ordnung für eure künftigen Geschlechter in allen euren Wohnorten.“

In Der Torah Kalender“ zeigen wir das Yahweh nicht verlangt das die ganze Gerste reif ist, bevor wir Ihm den Omer darbringen. Er möchte nur das wir unser Vertrauen und Liebe Ihm gegenüber zeigen, in dem wir Ihm die erste essbare Gerste darbringen, bevor wir selbst als erstes davon essen. (In antiken Zeiten kann dies einen großen Beweis an Glaube zeigen, weil das Essen im Winter knapp wurde.)

Wenn Sie Gerste die noch nicht richtig reif ist (aber noch ein wenig grünlich ist) nehmen, hat es noch genügend Wasser in sich sodass, wenn Sie es über dem Feuer rösten, eine leckere Mahlzeit so ähnlich wie Puffweizen ergibt. Gerste in diesem Reifezustand wird aviv (אָבִיב) Gerste genannt. In der englischen King James Version steht “in den Kopf”, denn dort findet die Entwicklung statt.

Shemote (Exodus) 9:31
31 Es waren aber der Flachs und die Gerste zerschlagen; denn die Gerste hatte Ähren und der Flachs Knospen getrieben.
(31) וְהַפִּשְׁתָּה וְהַשְּׂעֹרָה נֻכָּתָה | כִּי הַשְּׂעֹרָה אָבִיב וְהַפִּשְׁתָּה גִּבְעֹל

Es ist wirklich cool von Yahweh, das Er zulässt das wir Ihm Gerste darbringen können, die noch nicht den vollkommen reife Zustand erreicht hat, damit wir sobald wie möglich anfangen können von unsere Ernte zu essen. Dennoch, ganz klar muss es essbar sein. Wenn wir einen irdischen König nicht verärgern wollen, in dem wir ihm eine Gabe darbringen die nicht essbar ist, wie viel mehr sollten wir den König aller Könige eine essbare Gabe darbringen?

Es gibt dann Grund zur Annahme dass, der beste Weg um zu vermeiden das wir Yahweh eine wertlose Gabe darbringen ist, dass wir darauf warten, bis wir physich die Gerste im Land Israel gesichtet haben, bevor wir den Anfang des Jahres ausrufen. Wenn wir Dinge auf diese Weise tun, gibt es keine Möglichkeit Yahweh zu verärgern, indem wir Ihm ein nicht essbarer Omer darbringen. Diese Methode ist einfach und Idiotensicher, beide Eigenschaften welche Yahweh mag. Warum die Dinge denn auf andere Weisen tun?

Aus irgend einem Grund wollen manchen Menschen Dinge anders tun. Genauso wie es Lunar–Shabbathalter gibt, gibt es auch Befürwörter die versuchen das grieschische Konzept der Tag-und-Nachtgleiche mit der Schrift zu verschmelzen.

Eine Tagundnachtgleiche  wird definiert als der Punkt, wo der Tag und die Nacht gleich lang sind. Dieses Konzept wurde zuerst etabliert von dem griechischen Astronomen Hipparchos von Rhodos, der 127 BCE starb. Die gesammte Idee einer Tagundnachtgleiche zu finden war für die Grieschen natürlich, weil die religiösen Grieschen im allgemein auf Dinge achten wie Sternzeichen und die Bewegungen der Himmelskörper. Yahweh sagt dies ist so, weil Er die Anbetung der Sonne, Mond und Sterne als Erbe an alle anderen Völker der Erde gab, aber wir sollten uns davor hüten es genauso zu tun.

Devarim (Deuteronomium) 4:19
19 “Dass du deine Augen auch nicht zum Himmel hebst und die Sonne und den Mond und die Sterne und das ganze Heer des Himmels anschaust und dich verführen lässt, sie anzubeten und ihnen zu dienen, die doch  Yahweh, dein Elohim, allen [anderen] Völkern unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat.”

Sprachen verändern sich im Laufe der Zeit. Im modernen Hebräisch, ist das Wort für Tag- und Nachtgleiche tekufah (תְקוּפָה). Wir werden jedoch sehen, dass es nicht dies ist, was es in Alten Testament (Tenach) Zeiten bedeutete. Einige Leute versuchen zu sagen, das tekufah Tag-und-Nachtgleiche im Tanach bedeutete, aber dies ist ein Fehler, aus Gründen die wir ausführlich erklären werden.

Strongs Konkordanz definiert eine tekufah als ein kompletter Zyklus der Zeit (d.h ein kompletter Kreislauf) oder eine „Revolution“, ohne jegliche Erwähnung einer Tag- und Nachtgleiche.

AT: 8622 tequwphah (tek-oo-faw‘); oder tequphah (tek-oo-faw ‚); von AT: 5362; eine Revolution, das heißt  (der Sonne) natürlich (der Zeit) Ablauf:
Lut – Kreislauf, zustande kommen, Ende.

Das Wurzelwort in AT:5362 beduetet “zu prahlen,” in Bezug auf die Sonne brennt sie in der hitzigen Wustenluft, welche die Temperatur sehr schnell verändert, und alles umfasst mit seiner Wärme.

AT: 5362 naqaph (naw-kaf ‚); eine Primitivwurzel; mit mehr oder weniger Gewalt zu schlagen (schlagen fiel, korrodieren); durch Implikation (der Angriff), um gegeneinander zu schlagen, d.h umgeben oder in Umlauf:
Lut – Kompass (etwa,), reduzieren, zu zerstören, sich drehen (ca.), inbegriffen, rund.

Keines von beiden Definitionen spricht von einer Tag- und Nachtgleichte. Noch nimmt eine von beiden Bezug auf einer gleichen Lange von Tag oder Nacht. Sie erwähnen nur das routieren, den Umlauf, durchlaufen oder einen Kries machen. Mit andern Worten, beziehen sie sich auf die Vollendung eines Zyklus der Zeit (egal welche Zeitspanne).

Das Wort tekufah (תְקוּפָה) finden wir nur vier mal in der Schrift, und wir werden uns diese vier Male anschauen. Die erste Instanz ist Psalm 19:6 (19:7 in Hebräischer Version).

Tehillim (Psalm) 19:2-7
2 Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Elohims,
und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände.
3 Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund.
4 Es ist keine Rede und es sind keine Worte,
deren Stimme unhörbar wäre.
5 Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises.Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht.
6 Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer
und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen.
7 Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft [tekufah] um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

Theoretiker der Tag und Nacht-gleichen schlagen vor, dass Vers 7 sich auf einer Tag-und- Nachtgleiche bezieht, weil es davon spricht wie die Sonne ihren Umlauf macht von einem Ende des Himmel bis zum anderen Ende des Himmels. Dennoch, die Definition einer Tag und Nachtgeliche ist, wenn der Tag und die Nacht beide gleich lang sind, und diese Passage sagt überhaupt nichts darüber aus.

Tehillim (Psalms) 19:7
7 Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
(7) מִקְצֵה הַשָּׁמַיִם מוֹצָאוֹ וּתְקוּפָתוֹ עַל קְצוֹתָם | וְאֵין נִסְתָּר מֵחַמָּתוֹ

Ganz klar und deutlich, beduete das Wort tekufah nicht Tagundnachtgleiche in diesem Kontext, weil wenn wir das Wort Tag-und-Nachtgleiche hier einfließen lassen, bekommen wir etwas Unsinniges.

Tehillim (Psalms) 19:6 (Unsinnige Version)
6 Sie geht an einem Ende des Himmels auf und seine Tag-und-Nachtgleiche um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

Ja, die Sonne geht im Osten auf, und geht im Westen unter, aber dies bedeutet nicht das die Torah uns befiehlt unseren Kalender nach der Tag-und-Nachtgleiche zu beginnen, (wenn der Tag und die Nacht die gleiche Länge haben); und vorzuschalgen das dies es tut, verzerrt den Text erheblich.

Das Wort tekufah wird auch in Exodus 34:22 genutzt. Yahweh sagt uns das Fest der Einsammlung (d.h Laubhütten) zu beachten ist am Ende des Jahres (tekufat hashanah, תְּקוּפַת הַשָּׁנָה). Tag-und-Nachtgleichen Befürworter sagen dass dies sich auf die Herbst Tag-und-Nachgleiche bezieht, aber was es wirklich sagt ist das beim Fest der Einsammlung, d.h Laubhütten, hat das Jahr einen kompleten Umlauf gemacht.

Shemote (Exodus) 34:22
22 “ Und du sollst das Fest der Wochen halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung an der Wende [Umlauf, Vollendung] des Jahres.“
(22) וְחַג שָׁבֻעֹת תַּעֲשֶׂה לְךָ בִּכּוּרֵי קְצִיר חִטִּים | וְחַג הָאָסִיף תְּקוּפַת הַשָּׁנָה

Wir wissen das dieses Wort nicht “Tag-und-Nachtgleiche” bedeuten kann, aus den gleichen Gründen die wir bereits gesehen haben: Wenn wir das Wort Tag-und-Nachtgleiche in dieser Passage einsetzen, bekommen wir eine Absurdität.

Shemote (Exodus) 34:22 (Unsinnige Verion)
22 „Und du sollst das Fest der Wochen halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung an der Tagundnachtgleiche.”

Wir müssen verstehen dass, das Wort tekufah nicht das selbe beduetet wie das Wort Ende (in den meisten europäischen Sprachen). Stattdessen bezieht es sich auf die Vollendung eines Zyklus (und in diesem Fall, die Vollendung der drei jährlichen Pilgerfeste). Dies ist eine Poetische Beduetung, und wir sollten es nicht verstümmeln.

Der nächste Gebrauch ist in 1. Samuel 1:20, wo gesagt wird dass, “im Laufe der Zeit” (l’tekufat hayamim) wurde Hanna schwanger und gebar einen Sohn.

1 Samuel 1:20
20 Und es geschah, dass Hanna schwanger wurde; und als die Tage um waren, gebar sie einen Sohn; und sie gab ihm den Namen Samuel, denn [– sagte sie –] „ich habe ihn von Yahweh erbeten.“
(20) וַיְהִי לִתְקֻפוֹת הַיָּמִים וַתַּהַר חַנָּה וַתֵּלֶד בֵּן | וַתִּקְרָא אֶת שְׁמוֹ שְׁמוּאֵל כִּי מֵיְהוָה שְׁאִלְתִּיו

Die wörtliche Bedeutung von l’tekufat Hayamim ist „im Laufe von Tagen.“ In diesem Fall bezieht es sich auf den Verlauf von Hanna´s Schwangerschaft, und wenn wir versuchen, den Begriff Tag-und-Nachtgleiche hier einzufügen, erhalten wir einen totalen Unsinn.

1 Samuel 1:20 (Unsinnige Version)
20 Und es geschah, dass Hanna schwanger wurde; und als die Tagundnachtgleiche um waren, gebar sie einen Sohn; und sie gab ihm den Namen Samuel, denn [– sagte sie –] „ich habe ihn von Yahweh erbeten.“

Es ist klar das keines der Stellen, wo das Wort tekufah in der Schrift verwendet wird sich auf  einer Tag-und Nachtgleiche bezieht. Stattdessen beziehen sie sich auf den tägliche Sonnenumlauf am Himmel, die vollendung der drei jährlichen Pilgerfeste, Hannahs  40 Wochen Schwangerschaft. Doch erstaunlicherweise, bestehen einige immer noch darauf, das dies ein Beweis ist das wir das Jahr nicht anfangen können, bis die Tag-und Nachtgleiche vorüber ist, basierend auf Genesis 1:14-19.

B’reisheet (Genesis) 1:14-19
14 Und Elohim sprach: „Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten [וּלְמוֹעֲדִים], und der Tage und Jahre,
15 und als Leuchten an der Himmelsausdehnung, dass sie die Erde beleuchten! Und es geschah so.
16 Und Elohim machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu die Sterne.
17 Und Elohim setzte sie an die Himmelsausdehnung, damit sie die Erde beleuchten
18 und den Tag und die Nacht beherrschen und Licht und Finsternis scheiden. Und Elohim sah, dass es gut war.
19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der vierte Tag.

Die Befürworter der Tag-und-Nachtgleiche argumentieren, dass wenn Genesis 1:14 sagt das die Sonne und der Mond genutzt werden um den Tag von der Nacht zu scheiden, bezieht dies sich auf die Tag-und Nachtgleiche (wenn der Tag und die Nacht gleich lang sind). Dies scheint eine echte Ausdehnung zu sein. Wenn Yahweh gewollt hätte das wir nach der Tag-und Nachtgleiche gehen sollen, warum sagt Er es nicht einfach? Und wie kann Yahweh uns denn geboten die Tag-und Nachtgleiche zu verwenden, wenn diese Idee erst vor 1500 Jahren nach der Torah gegeben wurde (durch niemand weniger als die Griechen)?

Im Gegenzug, die Tag-und Nachtgleichen Befürworter greifen die Aviv Gersten Methode an, und erwidern dass das Gebot den Anfang des Jahres nach der Gerste festzusetzen nicht direkt in der Torah steht. Allerdings, funktioniert ihr Argument nicht, denn wie wir bereits gesehen haben, gibt es eine Notwendigkeit sicher zu stellen das die Gerste essbar (aviv) ist, bevor wir die Webegarbe darbringen können, während die Tag-und Nachtgleiche vollkommen irrelevant für die Webegarbe ist.

Lassen Sie uns nochmal Exodus 9:31 anschauen, wo gesagt wird das die Gerste Ähren  getragen (aviv) hat.

Shemote (Exodus) 9:31
31 Es waren aber der Flachs und die Gerste zerschlagen; denn die Gerste hatte Ähren [aviv] und der Flachs Knospen getrieben.

Die Schrift legt Wert darauf, uns mitzuteilen, dass der erste Monat des Jahres bald kam, nachdem die Gerste aviv war.

Shemote (Exodus) 12:2
2 „Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein.”

Das gleiche kann zu der Tag-und Nachtgleiche nicht gesagt werden.

Wir könnten hier aufhören, aber es ist hilfreich zu sehen wie die Rabbiner zunächst beschlossen die Tag-und Nachtgleiche in ihrem Einlagerungsprozess miteinzubeziehen, in dem der Anfang des Jahres festgesetzt wird.  (Allein die Tatsache, das die Tag-und Nachtgleiche nicht immer in der rabbinischen Einlagerungsprozess einbezogen wurde, zeigt etwas wichtiges, so aber auch die Art und Weise wie die Tag-und Nachtgleiche zuerst aufgenommen wurde).

Rabbi Gamliel (Gamaliel) war Shauls (Paulus) Lehrer.

Ma’asei (Apostelgeschichte) 22:3
3 „Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterwiesen in der gewissenhaften Einhaltung der Torah der Väter, und ich war ein Eiferer für Elohim, wie ihr alle es heute seid!”

Gamliel war auch ein Zeitgenosse von Yeschua.

Ma’asei (Apostelgeschichet) 5:34
34 Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliel auf, ein beim ganzen Volk angesehener Torahlehrer, und befahl, die Apostel für kurze Zeit nach draußen zu bringen.

Die historischen Aufzeichnungen in babylonischen Talmud Traktat Sanhedrin 11b, sagen uns dann, dass etwa 50 CE, etablierte Gamliel den Anfang des Jahres nicht nur basierend auf die Gerste, aber auch auf den Zustand der flügge werdenden Tauben und den neugeborenen Lämmern.

Babylonian Talmud, Sanhedrin 11b
Es geschah einmal das Rabban Gamliel auf einer Stufe des Tempelberges saß, und der bekannte Schriftgelehrter Yochanan stand vor ihm mit drei zugeschnittene Blätter [Pergamentpapier] vor ihm liegend. Er [Gamliel] sagte zu ihm [Yochanan]… “nehme das dritte [Blatt] und schreibe an unsere Geschwister und sage ihnen, die im babylonischen  Exil sind, und die in Medo Persien und all die anderen Zerstreuten [Söhne] Israels: `Möge eure Frieden für immer groß sein! Wir bitten zu informieren, dass die Tauben noch zart sind, und die Lämmer sind noch jung, und die aviv [Gerste] ist noch nicht reif. Es scheint mir und meinen Kollegen ratsam noch dreßig Tage hinzuzufügen dieses Jahr.’”

Diese Passage illustriert deutlich, wie die Rabbiner ihre Autorität in Bezug auf die Torah sehen. Die Rabbiner glauben nicht, dass es ihre Aufgabe ist, die Torah von Moshe buchstäblich zu befolgen. Vielmehr glauben sie, dass Yahweh Moshe die Autorität gab „das Torah Gesetz” zu etablieren wie es gerade passt; und dass, als Moshe starb, die Autorität das „Torahgesetz zu etablieren weiter an seine Nachfolger (d.h Josua usw.) übertragen wurde. Da die Rabbiner sich als Erben dieser Autorität sehen, haben sie keine Bedenken die Torah zu verändern, wie es für sie passt, so wie Gamliel es tat, als er die jungen Tauben und die neugeborenen Lämmern mit berücksichtigte (über die Gerste).

Der Talmud zeichnet auch auf wie der Sohn Gamliels, Rabban Shimmon ben Gamliel I, mit eine ähnlichen Situation eine Generation später konfrontiert wurde, und ein ähnliches Urteil fällte, und verschob somit den Anfang des Jahres basierend auf andere Faktoren anders wie die aviv Gerste. Rabban Yannai zitiert unten Raban Shimon ben Gamliel.

Babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin 11a
R. Yannai sagte im Namen von R. Shimon b. Gamliel: „Wir bitten, Ihnen mitzuteilen, dass die Tauben immer noch zart sind, und die Lämmer sind noch jung, und die aviv ist noch nicht reif. Ich habe die Sache angesehen und dachte, es empfiehlt sich, 30 Tage in diesem Jahr hinzuzufügen.“

Von ungefähr 50-80 CE, basierte der Anfang des Jahres nicht allein auf die Gerste, sondern es basierte auf drei Landwirtschaftliche Faktoren.

  1. Der Zustand der Gerste
  2. Der Zustand der jungen Tauben
  3. Der Zustand der neugeborenen Lämmer

Aus einem bestimmten Blickwinkel machte diese Entscheidung Sinn. Die Gerste, die Tauben und die Lämmer müssen alle einen bestimmten Entwicklungszustand ereicht haben, bevor das Passah und Omer dargebracht werden können. Allerdings, wenn wir darüber nachsinnen, wenn die Gerste aviv ist, wären die jungen Tauben und Lämmer auch soweit, also gab es nicht wirklich einen Grund es auszuweiten, über das was Yahweh geboten hat. Dennoch wie das  rabbinische Gedankengut funktioniert ist, sobald ein “legaler Präzedenzfall” zur Erweiterung etabliert wurde, um Landwirtschaftlichen Faktoren miteinzubeziehen, war es eine einfache Sache die Grenzen ein bischen weiter auszudehnen um die Tag-und-Nachtgleiche mit einzubeziehen.

Flavius Josephus’ Werke sind datiert auf ca 90 CE, ungefähr 60 Jahre nach Yeschuas Tod. Während des Schreibens für einen Römischen Mäzens, sagte Josephus das die Juden den Anfang ihres Kalenderjahres in dem römischen Monat Xanthikus etablieren würden.

Josephus, Altertum 3:10:5, ca. 93-94 CE, Whiston Übersetzung
„In dem (griechisch-römischen) Monat Xanthikus, welcher von uns Nisan genannt wird, ist der Beginn unseres Jahr am vierzehnten Tag des Mondmonats, wenn die Sonne im Frühlingsanfang ist (denn in diesem Monat wurden wir von der Knechtschaft der Ägypter befreit)… „.

Während Josephus einmal ein hoch angesehener Priester war, müssen wir daran denken, dass Jerusalem an die Römer im Jahr 70 fiel, und zu der Zeit als Josephus Antiquitäten schrieb, schrieb er um einen griechisch-römischen Patron zu gefallen. Da er darauf angewiesen war, wegen seinen Lebensunterhalt, diesen griechisch-römischen Patron zu gefallen, verpackte er wahrscheinlich seine Erklärungen in einer leicht verständlichen Form.

Wahrscheinlich ist es gerade wegen der römischen Unterdrückung, das lateinischen Begriffe wie Tag- und Nachtgleiche überhaupt ihren Weg in den Talmud machten. Die erste Verwendung des Begriffs Tagundnachtgleiche finden wir im Talmud Traktat Sanhedrin 11b, das ca. 100 CE datiert ist, etwa 30 Jahre nach dem Fall von Jerusalem (und vielleicht noch einige 1600 Jahre nachdem die Torah gegeben wurde).

Babylonischen Talmud, Sanhedrin 11b
„Unsere Rabbiner lehrten:“ Basierend auf drei Dinge ist das Jahr eingefügt: am Aviv, an der Frucht der Bäume, und auf der Tag- und Nachtgleiche. Basierend auf zwei von ihnen, ist das Jahr eingefügt, aber auf der Grundlage einer von ihnen allein ist das Jahr nicht eingefügt; aber wenn der Aviv einer von ihnen ist, ist jeder zufrieden.“

Jeder war zufrieden wenn eines der Faktoren zur Bestimmung des Anfangs des Jahres die Aviv Gerste war, aber dies ist nicht dasselbe wie die äußerste Vorsicht sich an den Buchstaben von Yahwehs Torah zu halten. In der Tat, ist diese Passage eine perfekte Darstellung von dem was Yahweh in Deuteronomium 4:2 verbietet, wo Er uns sagt, nichts zu Seinen Geboten hnzuzufügen, sodass wir Seine Gebote halten (anstatt die unsere).

Devarim (Deuteronomium) 4:2
2 “Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote Yahwehs, eures Elohims, haltet, die ich euch gebiete.”

Beachten wir, wie die besondere Sprache impliziert dass, wenn wir zu den Geboten hinzufügen, sind es nicht mehr seine Gebote, sondern unsere. Genau dies ist es was unsere rabbinischen Brüder (sowohl Orthodox, als auch Messianisch) tun, wenn sie für sich selbst entscheiden welches „Torah Gebot“ sie für den Tag anwenden (anstatt sich auf Yahwehs Torah zu verlassen).

Unsere jüdischen Geschwister ermittelten weiter den Anfang des Jahres von dem Tempelberg aus, solange sie noch freien Zugang zu Jerusalem hatten. Dennoch, nachdem die Juden gnadenlos zerkleinert worden in der Folgezeit des Bar Kochba Aufstand ca. 135 CE, verboten die Römer den Juden jegliche Eingänge Judeas (südliches Israel). Weil die Rabbiner keinen Zugang mehr zu den wärmeren Gegenden, sowie Gaza oder Jordantal  hatten (wo die Gerste als erstes reif wird), hatten sie keine Möglichkeit mehr den Anfang des Jahres nach der Aviv Gerste zu bestimmen. Da aber die Rabbiner schon einen “Präzedenzfall” etabliert hatten, bei der Orientierung für den Anfang des Jahres, anders als auf die Gerste gegründet,  waren sie jetzt geistig vorbereitet einen Menschen gemachten Kalender willkommen zu heißen, in dem der Anfang des Jahres auf die Tag-und Nachtgleiche basiert.

Veränderungen finden oft langsam statt. Es ist interesannt zu beobachten dass, sogar nach 135 CE, (Einhundert Jahre nach Yeschuas Dienst), lehrten die Rabbis noch das es nicht ideal sei den Anfang des Jahres zu etablieren (oder einzufügen) bevor die aviv Gerste gefunden wurde. Wir wissen dies weil, Traktate Sanhedrin 12a (welches nach 135 CE datiert) spricht von einer Zeit in der Rabbi Akiva drei Jahre im vorraus einfügte. Der Grund warum er dies tat war, weil er nachdem Bar Kochba Aufstand im Gefängnis war, und eine Hinrichtung bevor stand. (Obwohl seine Rolle in den Bar Kochba Aufstand nicht deutlich war, wurde er 137 CE hingerichtet).

Babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin 12a
„Unsere Rabbiner lehrten: Wir können nicht in das laufende Jahr, das folgende Jahr einfügen, weder drei Jahre in Folge einfügen.
R. Shimon sagte:. [Doch] es passiert einmal, dass R. Akiva, als er im Gefängnis war (nach dem Bar-Kochba-Aufstand) fügte er drei Jahre hintereinander ein „

Rabbi Akiva mag empfunden haben das es nötwendig sei den Anfang der nächsten drei Jahren im vorraus festzulegen, da die Nation völlig durcheinader war. Er mag auch gefühlt haben, das es notwendig sei Zeit für seine Brüder zu kaufen, um sich von der Niederlage aus der Hand der Römer zu erholen, und neue Führung zu etablieren.

Rabbinisches Judentum ist jedoch rechtlich orientiert, und es gilt, dass jeder alte Präzedenzfall Anlass gibt für eine ähnlichen (oder wiederholte) Entscheidung (auch wenn diese Entscheidung sich gegen die Torah Mosches richtet). So kam es, daß, als die Römer den Juden verboten in Judäa einzudringen (d.h Süden Israels, wo die Gerste am frühsten reift), mussten sie sich nach Galiläa zurückziehen, und nach einem anderen Weg suchen, um den Anfang des Jahres festzulegen. Da es bereits einen Präzedenzfall gab, mit der Verwendung der Tag- und Nachtgleiche, und da sie nicht mehr feststellen konnten, wann die erste Gerste aviv wurde, dachten sie, sie waren berechtigt, die Jahre in Galiläa einzufügen.

Dies mag einem späteren Eintrag in Sanhedrin 11b erklären, welches einige Gelehrte glauben, dass es nach dem Bar Kochba Aufstand geschrieben wurde (d.h nach 135 CE, aber vor 200 CE).

Babylonischen Talmud, Sanhedrin 11b
Unsere Rabbiner lehrten: Jahre dürfen nur in Juda eingefügt werden; aber wenn es in Galiläa eingefügt wurde, steht es.

In 200 CE zog Sanhedrin offiziell nach Galiläa, um Befreiung von der römischen Verfolgung zu finden (hier euphemistisch als „Evil Eye“ genannt):

Jerusalemer Talmud, Sanhedrin 1:18:3b
„Es geschah einmal, dass 24 Dörfer aus dem Bereich der Rabbi [Judah der Prinz] zusammen kamen, um das Jahr, in Lod einzufügen [in der Nähe von des nahliegenden Ben Gurion Flughafen, in der Nähe von Tel Aviv]. Das Böse Auge [d.h Römische Soldaten] gingen hinein, und alle von ihnen starben auf ein Schlag. Von da an entfernte sie die Einlagerung des Jahres von Juda und setzten es den Ritus dauerhaft in Galiläa fest.”

Euphemismen wie „der böse Blick,“ wurden in der Regel verwendet, um zu vermeiden, das die Aufzeichnung der Sünden des Römischen Reiches bestraft werden (da solche Dinge in der Regel mit dem Tode bestraft wurden). Doch die Geschichte geht in unsere Zeit weiter. Nachdem sie von Jerusalem und Judäa verbannt wurden, hatten die Rabbiner keine andere Wahl als neue Methoden zu adoptieren um den Anfang des Jahres zu bestimmen. Schließlich, im vierten Jahrhundert CE erstellten die Rabbiner einen Kalender namens Hillel II Kalender, der eine brillante mathematischen Algorithmus verwendet, um das Reife Datum der Gerste annähernd  zu bestimmen. Interessant ist, dass dieser Algorithmus nie den Anfang des Jahres erklärt vor dem Frühlingspunkt. Auch wenn es Probleme hat, die meisten Jahre, grenzt es die Erscheinung des Neumondes innerhalb von ein oder zwei Tagen ein.

Obwohl unsere jüdischen Geschwister wieder im Land sind, nutzen die Rabbiner immer noch den Hillel II Kalendar bis zu diesem heutigen Tag (2013 CE), und dies ist ein Problem. Während der Hillel II Kalender eine brillante Lösung war während der Jahre, als Bruder Juda die Reifung der Gerste in das Land Israel nicht beobachten konnte, jetzt, wo sie wieder in der Lage sind, direkt die Gerstenernte zu beobachten,ist die Zeit gekommen (und ist jetzt), umzukehren und die Torah des Vaters zu halten, wie Er sagt das sie gehalten werden soll (allein basierend auf die aviv Gerste).

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