Chapter 15:

Die wiederbelebte Ordnung nach Melchizedek

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Im letzten Kapitel hatten wir feststellen können, dass die levitische Ordnung keine Mittel mehr aufbringen konnte, als die Juden nach Babylon gingen – und demzufolge brach diese zusammen. Dann sahen wir, wie die rabbinische Ordnung Einzug erhielt, um deren Platz einzunehmen. Dies ermöglichte zwar weiterhin Führung, aber es sorgte für ein anderes Problem, nämlich dass die Rabbiner für einen Torah-Ersatz sorgen mussten, um sich zu rechtfertigen und an der Macht bleiben zu können. Obwohl die Rabbiner für sich einen Torah-Ersatz geschaffen hatten, war יהוה ihnen gegenüber für eine gewisse Zeit nicht missgünstig eingestellt, sodass Seine Absichten erfüllt würden. Irgendwann allerdings entzog יהוה der rabbinischen Ordnung Sein Wohlwollen und sandte Seinen Sohn, um die Ordnung nach Melchizedek wiederzubeleben und diese gegen die levitische zu ersetzen.

Es gibt mancherlei Kompliziertheit und einige Spitz­findigkeiten bei dem Austausch der Priesterordnungen, die im ersten Jahrhundert existierten. Um also zu verstehen, was wirklich stattgefunden hat (sowie auch das, was wir heute tun sollen), lassen Sie uns Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen über die Historie der Priesterschaften in Israel. Dies wird eine Grundlage schaffen für ein tieferes und deutlich besseres Verständnis für die künftigen Kapitel.

Wie wir in Die TorahRegierung (The Torah Govern­ment) erklären, gibt es drei (manche sagen auch vier) Haupt­ämter in Israel. Diese drei (oder vier) Hauptämter sind:

  1. Der König (die [physische] Leitung)
  2. Der Priester (die spirituelle Leitung)
  3. Der Prophet (der Vorstandssprecher יהוהs)
  4. Der gesalbte Richter (eine Kombination aus allen dreien).

Manche Menschen glauben, dass wir [all] die ursprünglichen Methoden wiederherstellen sollten – also so wie die Dinge im Garten Eden waren. Allerdings ist dies nicht das, was die Schrift lehrt. Obwohl die Patriarchen ursprünglich die drei (bzw. vier) Ämter erfüllten, kann das nicht das ultimative Ziel sein, denn Israel ist nicht mehr nur eine Kleinfamilie, sondern eine Nation voneinander abhängiger Familien. Die Notwen­digkeit für Organisation und Arbeitsteilung ist gestiegen, weil es wesentlich mehr Menschen gibt.

Zu Zeiten Adams gab es keine Arbeitsteilung. Adams Söhne brachten ihre Opfer selbst vor יהוה dar. Hevel (Abel) brachte יהוה das Erste und Beste von dem, was Er ihm gegeben hatte, dar, was יהוה sehr gefiel. Qayin (Kain) dagegen brachte nur irgendein Opfer dar (d. h. nichts Besonderes), und daran hatte יהוה keinen Wohlgefallen.

B’reisheet (1. Moshe) 4:3-5
3 Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Qayin יהוה ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens.
4 Und auch Hevel brachte [ein Opfer] dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und יהוה sah Hevel und sein Opfer an;
5 aber Qayin und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Qayin sehr wütend, und sein Angesicht senkte sich.

Diese Passage wird auf sehr vielfältige Weise interpretiert, doch das Wort „Fett“ ist das hebräische Wort chelev (חֶלְבֵ). Im Kontext bezieht sich dieses Wort auf das Beste und Auserlesenste. Dies zeigt uns, dass es יהוה gefällt, wenn wir Ihn ehren, indem wir Ihm das Erste und Beste zurückgeben (wie Hevel es tat).

H2459 חלב (cheleb); von einer ursprünglichen Wurzel mit der Bedeutung: fett sein; Fett, ob wörtlich oder im übertragenen Sinne; somit der beste oder auserlesenste Anteil

Es gibt viele hebräische Wortspiele (puns) in der Schrift. Hevel wollte יהוה seine Liebe zeigen, indem er Ihm das Erste und Beste von dem, was er hatte, gab. Dies ist eine Ausdrucksform von dem Geist, den Hevel hatte. Im Hebräischen ist das Wort für „Geist“ ruach (רוח). Dieses ist wiederum verwandt mit dem hebräischen Wort für Aroma, welches riach (ריח) ist. Wenn wir den Geist (רוח) haben, יהוה mit dem Ersten und Besten zu dienen, so ist es ein Wohlgeruch (ריח, Aroma) für יהוה. Dies ist die Art von Geist, an dem unser König und Ehemann Wohlgefallen hat – und es ist dieselbe Art der Gesinnung, welche Noach zeigte, und welche יהוה ebenso wohlgefällig war.

B’reisheet (1. Moshe) 8:21
21 Und יהוה roch den lieblichen Geruch (ריח), und יהוה sprach in Seinem Herzen: „Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will Ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie Ich es getan habe.”

Bis zu der Zeit Noachs haben die Patriarchen selbst ihre Opfer vor יהוה dargebracht. Zu Avrams Zeiten gab es hingegen einen separaten Priesterdienst. Dies war der Beginn der Teilung der internen Regierung in die drei verschiedenen Rollen (König, Priester und Prophet).

B’reisheet (1. Moshe) 14:18-20
18 Aber Melchizedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Elohims, des Allerhöchsten.
19 Und er segnete ihn und sprach: „Gesegnet sei Avram von Elohim, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde!
20 Und gelobt sei Elohim, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat!“ Und [Avram] gab ihm den Zehnten von allem.

Es wird manchmal behauptet, dass Arbeitsteilung eine der Prinzipien ist, auf denen heute alle modernen Gesellschaften aufgebaut sind. יהוה befürwortet Arbeits­teilung, denn diese führt zu Spezialisierungen – und durch Spezialisierungen sind Gesellschaften produktiver.

יהוה sieht Melchizedek und seine Priesterschaft mit Wohlwollen, denn sonst hätte Avram ihm nicht den Zehnten gegeben. Avrams Enkelsohn Ya’akov (Jakob) gab auch den Zehnten, und wahrscheinlich gab er den Zehnten an die Ordnung Melchizedeks, genau wie es sein Großvater tat.

B’reisheet (1. Moshe) 28:20-22
20 Und Ya’akov legte ein Gelübde ab und sprach: „Wenn Elohim mit mir sein und mich behüten wird auf dem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen geben wird und Kleider anzuziehen
21 und mich wieder mit Frieden heim zu meinem Vater bringt, so soll יהוה mein Elohim sein;
22 und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgerichtet habe, soll ein Haus Elohims werden; und von allem, was Du mir gibst, will ich dir gewisslich den Zehnten geben!“

Wir haben bereits gesehen, dass es nicht notwendig war, separate Regierungsämter einzuführen, als die Patriarchen am Leben waren. Als diese allerdings starben und die Stämme wuchsen, hatten sie keinen Patriarchen mehr, der aus ihnen eine Einheit machte. An diesem Punkt war es notwendig, verschiedene Ämter einzuführen, um zu verhindern, dass sich die Stämme auseinander lebten. Dies ist dann wahrscheinlich auch der Grund, warum יהוה die Stämme nach Ägypten sandte, bevor Israel (Ya’akov) starb. Pharao war ein Tyrann, er war aber in der Lage, die Stämme unter seiner starken, zentralen Führung beieinander zu halten. Die Zeit, welche die Stämme unter dem Pharao in der Knechtschaft verbracht hatten, half Israel ferner dabei, ein starkes und anhaltendes Identitätsempfinden als ein Volk zu entwickeln.

Da es die fleischliche Natur des Menschen ist zu herrschen (anstatt beherrscht zu werden), haben es Menschen nicht sehr gern, sich jemandem anderen unterzuordnen (weder einer Regierung noch dem Pries­tertum). Menschen sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, die Unterordnung unter ihre Regierung und die Unterstützung ihrer Priesterschaft zu vermeiden. Wenn eine Nation allerdings keine einheitliche Führung und kein zentralisiertes Priestertum hat, dann wird, so wie es uns Yeshua sagt, jedes Reich (bzw. Nation), die mit sich selbst uneins ist, nicht bestehen und fallen.

Mattityahu (Matthäus) 12:25
25 Da aber Yeshua ihre Gedanken kannte, sprach Er zu ihnen: „Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.“

Bevor die Stämme Israels der Knechtschaft durch die starke zentralisierte, tyrannische Führung des Pharaos entfliehen konnten, musste sich jedoch zuerst einmal [bei ihnen] eine zentralisierte dienerschaftliche Führung entwickeln. Aus diesem Grund sandte יהוה den Moshe (Mose), der nun für den Rest seines Lebens יהוה und Seinem Volk diente.

Jetzt, da Israel seine eigene Regierung hatte, konnte es sein eigenes Priestertum von יהוה bekommen. Weil יהוה die erstgeborenen Söhne Ägyptens geschlagen hatte, beansprucht יהוה alle Erstgeburt Israels nun für sich selbst.

Shemote (2. Moshe) 13:2
2 „Heilige mir alle Erstgeburt! Alles, was, den Mutter­schoß als Erstes durchbricht von den Kindern Isra­els, vom Menschen und vom Vieh, das gehört mir!“

Die Aufgabe eines jeden Priesters ist es, die Vor­schrif­ten יהוהs zu bewachen; und so hielt die Ordnung nach der Erstgeburt nicht lange an, da weder Aharon noch die Erstgeborenen das Volk beim Zwischenfall mit dem Goldenem Kalb zurück hielten.

Shemote (2. Moshe) 32:25-26
25 Als nun Moshe sah, dass das Volk zügellos geworden war – denn Aharon hatte ihm die Zügel schießen lassen, seinen Widersachern zum Spott –,
26 da stellte sich Moshe im Tor des Lagers auf und sprach: „Her zu mir, wer יהוה angehört!“ Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.

Die Leviten zeigten ihre Bereitschaft, sich dem Volk zu widersetzen und die Vorschriften יהוהs zu bewachen. Während das ganze Lager Israels für יהוה abgesondert ist, ist das levitische Priestertum noch ein wenig abgesonderter. Und unter dieser Ordnung sind die Priester nochmals abgesonderter. Dementsprechend ist der Hohepriester der heiligste Mann Israels. Da ganz Israel also von der Welt abgesondert ist, muss es noch innerhalb Israels eine Ordnung geben, denn sonst funktioniert nichts in der richtigen Art und Weise. Indessen widersetzten sich Korah und andere Männer יהוהs gegebener Ordnung.

Bemidbar (4. Moshe) 16:1-3
1 Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kohaths, des Sohnes Levis, nahm mit sich Dathan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Pelets, Söhne Reuvens,
2 und sie empörten sich gegen Moshe, samt 250 Männern aus den Kindern Israels, Vorstehern der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, angesehenen Männern.
3 Und sie versammelten sich gegen Moshe und gegen Aharon und sprachen zu ihnen: „Ihr beansprucht zu viel; denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und יהוה ist in ihrer Mitte! Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde יהוהs?”

Korah meinte, dass die gesamte Versammlung abgesondert wäre und dass es keine Unterschiede unter ihnen geben sollte. Er trachtete danach Unterschiede auszuschließen. יהוה war darüber sehr unzufrieden, und Korah und seine Männer bezahlten hierfür mit ihrem Leben (und dem Leben ihrer Familien).

Bemidbar (4. Moshe) 16:31-33
31 Und es geschah, als er alle diese Worte ausgeredet hatte, da zerriss der Erdboden unter ihnen;
32 und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie samt ihren Familien und allen Menschen, die Korah anhingen, und all [ihre] Habe.
33 Und sie fuhren lebendig hinunter ins Totenreich mit allem, was sie hatten, und die Erde deckte sie zu. So wurden sie mitten aus der Gemeinde vertilgt.

Sobald יהוה dem Moshe die Königsherrschaft gab und die Leviten in das interne Priestertum einsetzte, fing יהוה damit an, die Königsherrschaft Israels zu veredeln und weiterzuentwickeln. Moshes Schwiegervater Yithro (Yitro) riet Moshe, dass zusätzlich zu der Einteilung in ihre zwölf Stammesarmeen, das Volk in Unterteilungen von zehn, fünfzig, hundert und tausend organisiert werden sollte.

Das heißt zusätzlich zu der groben Einteilung in Stämmen (analog zu dem, was später die jüdisch-christlichen Nationen wurden), sollten die Menschen ebenso innerhalb ihrer Stämme organisiert sein (und später innerhalb ihrer Nationen).

Shemote (2. Moshe) 18:21
21 „Sieh dich aber unter dem ganzen Volk nach tüchtigen Männern um, die Elohim fürchten, Män­ner der Wahrheit, die dem ungerechten Gewinn feind sind; die setze über sie als Oberste über tau­send, über hundert, über fünfzig und über zehn.“

Wie wir bereits erwähnt haben, wurden die verlorenen Stämme später die christlichen Königreiche Europas –und diese christlichen Reiche hatten gewisse Ord­nun­gen und eine Regierung innerhalb der eigenen Grenzen. Auch richteten sie eine Justiz innerhalb ihrer Pforten ein, ganz wie יהוה es befiehlt.

Devarim (5. Moshe) 16:18
18 „Du sollst dir Richter und Vorsteher einsetzen in den Toren aller deiner Städte, die יהוה, dein Elohim, dir gibt in allen deinen Stämmen, damit sie das Volk richten mit gerechtem Gericht.“

יהוה sagte, dass Israel eines Tages einen König haben werde. Er meinte, dass die einzige Einschränkung dabei wäre, dass sie nicht für sich selbst einen König er­wäh­len, so wie alle Nationen um sie herum. Stattdessen sollen sie über sich den König (Leiter) setzen, welchen יהוה erwählen wird.

Devarim (5. Moshe) 17:14-15
14 „Wenn du in das Land kommst, das יהוה, dein Elohim, dir gibt, und es in Besitz nimmst und darin wohnst und dann sagst: „Ich will einen König über mich setzen, wie alle Heidenvölker, die um mich her sind!“,
15 so sollst du nur den zum König über dich setzen, den יהוה , dein Elohim, erwählen wird. Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen; du kannst keinen Fremden über dich setzen, der nicht dein Bruder ist.“

Israel hätte nach einem abgesonderten König fragen können, sodass sie abgesondert geblieben wären, aber sie taten genau das, was יהוה nicht geboten hatte zu tun – sie fragten nach einem König, sodass sie wie all die (anderen) Nationen um sie herum werden könnten; das heißt, sie erwählten es, profan zu sein. Dies ist ein prophetischer Vorschatten auf die Demokratie, in der sich Menschen nach ihren eigenen Wünschen ihre eigenen Führer auswählen (anstatt יהוה nach einem Führer zu fragen, welchen Er für sie haben möchte). Be­achten wir, wie Israel in Vers 5 nach einen König fragt, sodass sie auch so werden, wie die anderen Nationen.

Shemuel Aleph (1. Samuel) 8:4-5
4 Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama;
5 und sie sprachen zu ihm: „Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker!.“

Vers 20 bestätigt, dass die Sünde Israels nicht darin bestand, [überhaupt] einen (abgesonderten) König zu suchen (wie bspw. David), sondern dass sie nach einem nichtabgesonderten König fragten, damit sie wie die anderen Nationen werden könnten.

Sh‘muel Aleph (1. Samuel) 8:19-20
19 Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sprach: „Das macht nichts, es soll dennoch ein König über uns sein,
20 damit auch wir seien wie alle Heidenvölker! Unser König soll uns richten und vor uns herziehen und unsere Kriege führen!“

Hätte Israel Sh‘muel (Samuel) nach einem heiligen König gefragt, wäre יהוה sicherlich zufrieden gewesen.

יהוה hätte Israel eventuell einen gerechten König gegeben, sodass Yeshua aus der Linie Davids her­vor­ge­gangen wäre. Er sollte ewiglich unser Hohepriester nach der Ordnung Melchizedeks im Himmel werden.

Ivrim (Hebräer) 6:19-20
19 Diese [Hoffnung] halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere, hinter den Vorhang,
20 wohin Yeshua als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hohe­priester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchizedeks.

Der Ausdruck Melchizedek wird grob übersetzt mit „König der Gerechtigkeit”. Und das beschreibt Yeshua perfekt, welcher nicht nur die hohepriesterliche Rolle einnimmt, sondern auch die der Königsherrschaft (d. h. der militärischen Führung der Armeen יהוהs). Dies ist ein Kernkonzept, welches wir verstehen müssen, wenn wir erkennen wollen, wer Yeshua ist und welche Hilfe Er von Seiner Braut während Seiner Abwesenheit erwartet.

Im letzten Kapitel sahen wir, dass Yeshua kam, um denen Freiheit zu verkünden, welche von den Rabbinern geistig unterdrückt wurden, und ebenso denjenigen, die in der geistigen Gefangenschaft in den Nationen waren (Ephraim, aber in Wirklichkeit alle zwölf Stämme – zuzüglich des verlorenen und zerstreuten Samens aus Avraham). Yeshua kam, um einen ge­ne­ra­tions­ü­ber­grei­fenden, geistigen Feldzug zu beginnen, welcher viele verschiedene Phasen durchlaufen würde – und da Yeshua nicht physisch anwesend sein würde, um den geistigen Kampf zu führen, musste Er eine Prie­ster­schaft trainieren, die Seine Armee in Seiner Ab­we­sen­heit führen würde.

Was viele Menschen noch nicht verstanden haben, ist, dass Yeshua kein buntgemischtes und desorganisiertes Gesindel wollte, sondern eine gut organisierte, geistige Streitkraft. Seine Armee sollte das Evangelium zu allen vier Enden der Erde bringen, wodurch die verlorenen und zerstreuten Kinder Avrahams und Israels wieder zum Bund durch den Glauben an Yeshua, unserem Mashiach, zurückgerufen werden und sie als eine geschlossene Nation vereint werden können, obwohl sie kein Land haben, welches sie ihr Eigen nennen können. Dies kann nur durch eine Art der zentralen Organisation und zentralen Führung getan werden. Genau wie zu früheren Zeiten würde Israels Schlüssel zum Erfolg eine zentralisiert organisierte Führung sein (nicht zufälliger­weise wird es deshalb die Ordnung nach Melchizedek genannt, und nicht die Unordnung nach Melchizedek).

So wie die Leviten nach militärischen Richtlinien geordnet waren, würde ebenso auch das Priestertum nach Melchizedek nach militärischen Richtlinien be­feh­ligt werden. Yeshua wird sie als ihr König und Ho­he­priester anführen, und zwar durch Sein Pries­tertum – was vielleicht auch der Grund war, warum Er zu Yochanan HaMatbil (Johannes der Täufer) kam, um sich taufen zu lassen.

Mattityahu (Matthäus) 3:13-17
13 Da kommt Yeshua aus Galiläa an den Jordan zu Yochanan, um sich von ihm taufen zu lassen.
14 Yochanan aber wehrte Ihm und sprach: „Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“
15 Yeshua aber antwortete und sprach zu ihm: „Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!“ Da gab er Ihm nach.
16 Und als Yeshua getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich Ihm der Himmel, und Er sah den Geist Elohims wie eine Taube herabsteigen und auf Ihn kommen.
17 Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: „Dies ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe!“

Bevor ein Hohepriester gesalbt wird, muss er zuerst gereinigt werden; genauso wie Aharon und seine Söhne sich mit Wasser reinigen mussten. Diese Reinigung mit Wasser hatte grundlegend dieselbe Bedeutung wie die heutige Taufe.

Shemote (2. Moshe) 29:4
4 „Dann sollst du Aharon und seine Söhne vor den Eingang der Stiftshütte führen und sie mit Wasser waschen.“

Als nächstes geschah die Salbung. Diese erfolgte bei Aharon und seinen Söhnen mit Blut und Öl.

Shemote (2. Moshe) 29:21
21 „Und nimm von dem Blut auf dem Altar und von dem Salböl und besprenge Aharon und seine Kleider und seine Söhne und ihre Kleider; und so wird er geheiligt sein samt seinen Kleidern und seine Söhne mit ihm samt ihren Kleidern.“

Yeshua konnte nicht zu den Rabbinern gehen, um gesalbt zu werden, denn sie folgten Elohim nicht ehrlich (sondern ihrer eigenen Autorität). Deshalb ging Er zu Yochanan HaMatbil, welcher der Sohn des Zacharias, eines levitischen Hohepriesters war, um von ihm gesalbt zu werden.

Luqa (Lukas) 1:13
13 Aber der Engel sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisheva wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Yochanan geben.“

Als Yeshua erst mit Wasser getauft wurde, erfüllte Ihn sodann der Heilige Geist (Matthäus 3:16, siehe oben).

Was so viele Menschen nicht verstehen ist, dass genau wie ein König der Anführer einer weltlichen (physischen) Armee ist, der Hohepriester den Anführer der geistigen Armee darstellt. Diese beiden sollten also zusammen­­arbeiten, um die Erde für יהוה untertan zu machen. In diesem Licht lasst uns nun die vier Hauptämter in militärischen Ausdrücken betrachten, welche wir bereits am Anfang dieses Kapitels aufgelistet hatten:

  1. Der König (führt die weltliche Armee)
  2. Der Priester (führt die geistige Armee)
  3. Der Prophet (kommuniziert mit יהוה)
  4. Der gesalbte Richter (eine Kombination von den Dreien)

Wie wir später noch darlegen werden, sind Apostel grundlegend Richter – abgesehen davon, dass es zu einer Zeit nur einen gesalbten Richter gibt, kann es jedoch gleichzeitig eine Vielzahl an Aposteln geben. Die einzige Voraussetzung ist, dass sie alle als Teil einer geschlossenen, geistigen Armee nach der Ordnung Melchizedeks zusammenarbeiten. Was jedoch so viele Menschen nicht erfassen, ist, dass es eben eine Ordnung zwischen ihnen geben muss. Sie müssen sich voreinander im Geist demütigen und sich gemeinsam יהוהs Wort unterordnen. Wenn sie sich nicht dem Geist יהוהs und Seinem Wort unterordnen, so ist das Ergebnis Chaos und Verwirrung (was, wie wir später noch sehen werden, eine geeignete Definition der messianischen Israel-Bewegung ist).

Sobald Yeshua als Hohepriester der wiederbelebten Ordnung nach Melchizedek gesalbt wurde, suchte Er sich zwölf hingebungsvolle Männer, welche eifrig ihr eigenes Leben für das Privileg ablegen würden, Seiner geistigen Armee teilhaftig zu sein und Sein Volk zu organisieren, sodass sie den geistigen Kampf gegen den Feind aufnehmen konnten.

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