Chapter 6:

Die Kirche als Sprungbrett

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Die Beziehung zwischen der Kirche und dem Israel der Nazarener ist ziemlich komplex. Wir werden in diesem Buch später zeigen, dass die Kirche die Prophetien über „Geheimnis Babylon erfüllt, welche auch als Hure beschrieben wird (Offenbarung 17). Sie ist eine Hure, da sie keinen Ehebund (die Torah) hat.

In der Schrift sind viele Dinge ein „zweischneidiges Schwert“, welches zwei Wege scheidet. Auf der einen Seite sind die Christen Sein Volk, und auf der anderen Seite sind die Christen nicht Sein Volk (zumindest nicht im vollen Umfang). Es benötigt ein wenig geistige Reife, die Christen so zu sehen wie sie sind und sie zu lieben (anstatt sie zu verdammen) – denn es ist nur durch die Liebe möglich, jemanden (Christen, Juden, unsere Islamischen Cousins oder weltliche Menschen) näher zur Wahrheit ziehen zu können.

Yeshua sagte zu der Frau am Brunnen, dass die „wahren“ Anbeter Seinen Vater nicht nur im Geiste anbeten sollen, sondern auch in der Wahrheit. Und dies ist ein erstaunlich wichtiger Grundsatz!

Yochanan (Johannes) 4:21-24
21 Yeshua spricht zu ihr: „Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Yerushalayim den Vater anbeten werdet.
22 Ihr [Samariter] betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil [wörtlich: Yeshua] kommt aus den Juden.
23 Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter.
24 Elohim ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

Als Yeshua über Wahrheit sprach, meinte Er wahr­scheinlich auch die Definition der Schrift (welches die Torah ist).

Tehillim (Psalmen) 119:142
142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und deine Torah ist Wahrheit.

Um wahre Anbeter zu sein, müssen wir den Vater sowohl im Geist als auch in der Torah anbeten. Wenn wir nicht zugleich im Geist und in der Torah anbeten, sind wir auf dem breiten und einfachen Weg, welcher zum Verderben führt.

Mattityahu (Matthäus) 7:13-14
13 „Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen.
14 Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden.“

Es ist sehr essentiell, jeden Augenblick auf die Stimme des Geistes zu hören und danach auch zu wandeln. Nur sieben Verse weiter (im selben Kontext), warnt uns Yeshua jedoch davor, dass es eine große Gruppierung geben wird, die Ihn „Herr“ nennt, diese jedoch nicht in das Himmelreich eintreten wird.

Mattityahu (Matthäus) 7:21-23
21 „Nicht jeder, der zu Mir sagt: „Herr, Herr!“ wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
22 Viele werden an jenem Tag zu Mir sagen: „Herr, Herr“, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt und in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in Deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?
23 Und dann werde Ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen [wörtlich: die ihr Torahlosigkeit praktiziert]!”

Dies mag für einige schwer sein zu akzeptieren, die Christen jedoch sind die einzige Gruppe von Menschen, auf welche die Liste der erwähnten Kriterien passt. Die Christen sind die einzige Gruppe, die …

  1. viele sind
  2. ihn Herr nennen
  3. in Seinem Namen prophezeien
  4. in Seinem Namen Dämonen austreiben
  5. viele Werke der Macht in Seinem Namen ausführen
  6. gesetzlos sind, d. h. die Torah nicht einhalten

Was Yeshua hier sagt, ist folgendes: Auch wenn wir in Seinem Namen prophezeien, Dämonen austreiben oder viele mächtige Wunderwerke vollbringen, aber ge­setz­los sind (d. h. wir versuchen nicht in der Torah zu wandeln), so werden wir ins Verderben laufen, da wir nicht gewillt waren, das Ehebündnis einzuhalten.

Aber warum sollte Yeshua die Christen ausschließen, wenn diese größtenteils dafür verantwortlich waren, das Evangelium über Ihn in den vier Ecken der Erde bekannt zu machen? Wie wir in den nächsten Kapiteln sehen werden, ist das Christentum aber nur ein Zwischen­schritt im großen, mehrstufigen Erlösungsplan für die gesamte Menschheit. Es war ein sehr wichtiger Schritt, dennoch aber nur ein Schritt. Wenn wir ein oder zwei Schritte auf einer langen Reise machen und dann aufhören, werden wir sie nie beenden – oder in diesem Fall: Wir werden nie die spirituelle Transformation abschließen. Wir würden aufhören zu lernen, wie wir den Vater sowohl im Geist als auch in der Wahrheit (der Torah) verehren können. Das heißt wiederum, dass wir das Ziel verfehlen werden.

Wenn wir sagen, wir gehören zu Yeshua, dann sind wir schuldig, so zu wandeln, wie Yeshua gewandelt ist:

Yochanan Aleph (1. Johannes) 2:6
6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.

Zwar wird niemand jemals von uns so perfekt sein wie Yeshua es war, aber es ist erforderlich, dass wir es versuchen. Wir sollen danach streben, das Ehebündnis zu bewachen und in so großer Liebe zu wandeln, wie wir nur können. Es ist wichtig im Geist zu wandeln – aber es ist auch wichtig, die Wahrheit zu leben, d. h. die Torah einzuhalten.

Der Nazarener Glaube verbreitete sich [damals] im Land Israel schneller als das Christentum, weil die Juden im Land verstanden hatten, dass die Torah ein Ehebündnis ist. Die Nazarener im Lande waren „eifrig für die Torah“ wie Ya’akov (Jakobus) dies auch bezeugte:

Ma’asei (Apostelgeschichte) 21:20
20 Sie aber priesen יהוה, als sie dies hörten; und sie sprachen zu ihm: „Bruder, du siehst, welch große Zahl von Juden gläubig geworden ist, und alle sind Eiferer für die Torah.“

Außerhalb des Landes war dies allerdings eine etwas andere Geschichte. Die hellenistischen Juden eiferten nicht für die Torah, und die Heiden verstanden nicht, das die Torah ein Brautbündnis ist; so war es einfacher für die hellenisierten Juden und die Heiden, das torahlose Christentum anzunehmen – zumal es denselben ewigen Lohn mit weniger Arbeit versprach.

Obwohl das torahlose Christentum nicht der ursprüng­liche Glaube ist, hat es eine wichtige Funktion. Es macht es für Heiden einfacher, den Glauben an den jüdischen Messias anzunehmen, auch wenn sie nicht die Not­wen­digkeit sehen, Seine Gebote zu bewachen. Christentum ist daher ein unvollkommenes Hilfsmittel, das die Heiden jedoch in eine Beziehung mit Yeshua bringen kann. Auch wenn die Beziehung nicht perfekt ist, bringt es sie näher zu Ihm als vorher.

Es ist wichtig, dass wir das Prinzip verstehen, Menschen näher zu bringen oder sie weiter zu entfernen. Wenn et­was die Menschen näher an Yeshua bringt, auch wenn es nicht perfekt ist, so dulden wir es, denn am Ende bringt es die Menschen näher zu unserem Ehemann.

Marqaus (Markus) 9:38-40
38 Yochanan aber antwortete ihm und sprach: „Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt.“
39 Yeshua aber sprach: „Wehrt es ihm nicht! Denn niemand, der in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich bald darauf schmähen können.
40 Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“

Gleichzeitig aber, wenn jemand (meistens ein Lehrer oder Leiter) die Menschen weiter von Yeshua wegführt, sollten wir im Hinterkopf behalten, dass diese dann nicht unsere Freunde sind!

Luqa (Lukas) 11:23
23 „Wer nicht mit Mir ist, der ist gegen Mich; und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut!“

Deshalb ist es einfacher, torahlose Christen zu lieben (welche irregeführt wurden) als torahlose, christliche Leiter oder Lehrer (welche in die Irre führen). Obwohl christliche Führer und Lehrer selbst irregeführt werden, spricht die Schrift ihnen eine höhere Verantwortung zu.

Ya’akov (Jakobus) 3:1
1 Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden.

Nachdem die Römer die Juden aus dem Land Israel heraus in die Diaspora führten, hatten die Nazarener eine viel härtere Zeit. Die Menschen folgen im Allgemeinen dem Prinzip des geringsten Widerstands, und der torahlose, christliche Glaube war wesentlich attraktiver für die Heiden und die hellenisierten Juden, weil es nun einmal denselben Lohn mit geringem Aufwand versprach. Daher wuchs das Christentum stark, während der Nazarener Glaube anfing, be­deu­tungs­los zu werden.

Als das Christentum zu wachsen begann, kamen dann weitere Kräfte ins Spiel, die es modifizierten. So werden wir im nächsten Kapitel sehen, wie der römische Kaiser Konstantin das torahlose Christentum mit der römischen Sonnenanbetung fusionierte, um die katholische (welt­um­fassende) Kirche zu gründen, welche ein weiteres vorläufiges Hilfsmittel war.

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