Chapter 1:

Was war der ursprüngliche Glaube?

This post is also available in: English Español Indonesia српски Français Nederlands Português

Als ich ein Kind war, wurde mir in der Kirche beigebracht, dass die Begriffe Christen und Nazarener Synonyme wären und sich auf die gleiche Gruppe Menschen bezögen. Jahre später realisierte ich, dass dies nicht korrekt ist. Einer der katholischen Kirchen-väter, Epiphanius von Salamis, schrieb im frühen vierten Jahrhundert ein Buch namens Panarion (gegen die Häresien), in welchem er eine Gruppe verdammt, die Nazarener genannt wurden, weil sie jüdisches Christen¬tum praktizierten. Das heißt, die Nazarener glaubten an Mashiach und hielten weiterhin die originalen jüdischen Riten wie Beschneidung, Shabbat und das Gesetz Moshes (Mose) bei.

„Die Nazarener unterscheiden sich nicht in wesentlichen Dingen von ihnen [den orthodoxen Juden], da sie Sitten und Lehren praktizieren, welche im jüdischen Gesetz vorgeschrieben sind; außer, dass sie an den Messias glauben. Sie glauben an die Auferstehung der Toten und dass das Universum durch Elohim erschaffen wurde. Sie predigen, dass Elohim eins ist, und dass Jesus Christus Sein Sohn ist. Sie sind in der hebräischen Sprache sehr gelehrt. Sie lesen das Gesetz [die Torah von Moshe][…]. Daher unterscheiden sie sich […] von den wahren Christen, weil sie bis heute [solche] jüdischen Rituale vollführen wie die Beschneidung, den Shabbat und andere.“
[Epiphanius von Salamis, “Gegen Häresien,” Panarion 29, 7, S. 41, 402]

Da Epiphanius katholisch war, bedeutet seine Verur-teilung der Nazarener, dass die katholischen Christen und die Nazarener unmöglich die gleiche Gruppe von Menschen gewesen sein können – sie waren also stattdessen zwei unterschiedliche Gruppen.

Doch wenn der Mashiach und Seine Apostel jüdisch waren, warum verdammte Epiphanius die Nazarener dafür, dass sie ein jüdisches Christentum ausübten? Um diese Frage zu beantworten, lasst uns auf eine Arbeit von Marcel Simon schauen, der ein verstorbener Experte für Katholizismus im ersten Jahrhundert war. Obwohl Marcel Simon selbst ein frommer Katholik war, widersprach er Epiphanius und sagte, dass Epiphanius wüsste, dass die katholische Kirche nicht von den Aposteln abstammte.

„Sie [die Nazarener] werden im Wesentlichen durch ihre hartnäckige Bindung der Beachtung jüdischer Bräuche charakterisiert. Wenn sie in den Augen der Mutter Kirche Ketzer wurden, liegt es allein daran, weil sie auf veralteten Standpunkten beharrten. [Auch], wenn sich Epiphanius energisch weigerte, es zuzugeben, repräsentieren sie die direkten Nachkommen dieser Urgemeinde, von welcher unser Autor [Epiphanius] wusste, dass sie von den Juden mit demselben Namen «Nazarener» bezeichnet wurden.“
[Marcel Simon, Experte des ersten Jahr¬hun¬derts: Jüdisches Christentum, S. 47-48.]

Marcel Simon sagt uns, dass Epiphanius wusste, dass die Nazarener von Jakobus, Johannes, Petrus, Paulus, Andreas, und dem Rest stammten; jedoch nannten sowohl Epiphanius als auch Marcel Simon die Nazarener Ketzer, weil sie denselben Glauben bewah-rten, welchen ihr Mashiach ihnen lehrte. Aber ist es nicht genau das, was uns die Heilige Schrift sagt?

Yehudah (Judas) 3, korrigiert
Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, dass ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen einmal für alle überliefert worden ist.

Wenn Judas uns sagt, für den Glauben „ernsthaft zu kämpfen“, welcher „einmal für alle“ an die Heiligen überliefert worden ist, ist dann nicht dies der Glaube, den wir bewahren sollten?

Als ich anfing mehr über die katholische Kirche zu lesen, fing ich an zu erkennen, dass es dort viele Personen gab, die meinten, dass sie die Macht hätten, das zu verändern, was die Schrift lehrt.

„Manche Theologen haben festgestellt, dass Gott ebenfalls den Sonntag als Tag der Anbetung im neuen Gesetz festgelegt hat, [und] dass Er selbst explizit den Shabbat durch den Sonntag ersetzt hätte. Doch diese Theorie ist nun wieder völlig verworfen. Es wird nun gemeinhin so gehalten, dass Gott einfach seiner Kirche die Macht gab, einen beliebigen Tag oder Tage auszusondern, die als heilige Tage in Frage kämen. Die Kirche erwählte sich den Sonntag, den ersten Tag der Woche, und im Laufe der Zeit fügten sie andere Tage als heilige Tage hinzu.“
[John Laux, Ein Kurs in Religion für ka¬tho¬lische Hoch¬schulen und Akademien (1936), Band 1, S. 51]

Sagte John Laux, dass die Kirche die Macht hätte, die Worte des Vaters zu verändern? Welchen Sinn macht das? Es machte keinen Sinn, doch andere Katholiken behaupten dasselbe.

„Aber ihr könnt die Bibel von Genesis bis zur Offenbarung lesen, und ihr würdet keine einzige Zeile finden, welches die Heiligung des Sonntags ermächtigt. Die Schrift gebietet die religiöse Ausübung des Samstags, ein Tag welchen wir [die Kirche] nie heiligen.”
[James Kardinal Gibbons, Der Glaube unserer Väter, 88. Edition, S. 89]

Viele hochrangige Autoritäten der katholischen Kirche geben zu, dass die katholische Kirche von sich aus die Tage der Anbetung geändert hat.

„Frage: Haben Sie andere Möglichkeiten zu beweisen, dass die Kirche die Macht hat, Feste einzuberufen?“
„Antwort: Hätte sie solche Macht nicht, hätte sie das nicht tun können, dass alle modernen Religionen mit ihr übereinstimmten – sie hätte nicht die Einhaltung des Sonntags, dem ersten Tag der Woche, einberufen können anstatt des Samstags, dem siebten Tag der Woche; eine Veränderung für die es keine Schriftstelle gibt.“
[Stephen Keenan, Ein Lehrkatechismus, 3. Aufl. S. 174]

Ferner behauptet die katholische Kirche, dass sie die Macht hätte, die Tage der Anbetung zu verändern, einfach, weil sie es taten (und damit durchkamen)? Das stimmt nicht mit der Schrift überein! Stattdessen wird uns geboten, nichts zu Seinem Wort hinzuzufügen oder davon zu entfernen.

Devarim (5. Moshe) 13:1
„Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun; du sollst nichts zu ihm hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen!“

Der Schöpfer hat Israel geboten, den Siebten-Tag-Shabbat (Samstag) als einen offiziellen Ruhetag zu bewachen; und es wurde nie prophezeit, dass dieser sich jemals ändern würde.

Shemote (2. Moshe) 20:8
„Gedenke an den Shabbattag und heilige ihn!“

Was ist geschehen? Haben die Katholiken etwa den ursprünglichen Nazarener Glauben unterdrückt? Falls ja, wie können wir den ursprünglichen Glauben für diejenigen, die es ausüben wollen, wiederherstellen?

Und können wir nun all dies auch anhand der Schrift nachprüfen? Sagt uns die Schrift, dass es tatsächlich zwei verschiedene Gruppen von Menschen, die Christen und die Nazarener, im ersten Jahrhundert gab? Wenn dem so ist, welcher Gruppierung – sagt dann die Schrift – gehörten dann die Apostel an?

If these works have been a help to you and your walk with our Messiah, Yeshua, please consider donating. Give